Schon seit mehr als zehn Jahren ist Claudia Minzlaff als Krankenpflegerin tätig und bekommt immer wieder positives Feedback von ihren Patientinnen. Sie arbeitet auf der Mutter-Kind-Station 6B im DIAKO Krankenhaus Bremen und zeichnet sich durch eine besonders zugewandte Art aus. Diese zeigt sie nicht nur gegenüber ihren Patientinnen, sondern auch gegenüber Tieren – denn in ihrer Freizeit betreibt sie mit ihrem Freund zusammen einen Gnadenhof. Auf ihrem Grundstück im ländlichen Niedersachsen leben Kaninchen, Katzen, Woll-Schweine, Ziegen, Hunde sowie Hühner und Hähne. „Wir übernehmen Tiere aus schlechter Haltung zum Beispiel Hühner und Hähne, die sehr abgemagert sind. Bei uns werden sie wieder aufgepäppelt und dürfen ihr Leben in Ruhe und Frieden weiterführen“, so Minzlaff.
Nach und nach wurden es immer mehr Tiere, so richtig geplant war der Hof eigentlich nicht. „Wir haben zum Beispiel eine Ziege gerettet, aber eine Ziege darf nicht alleine sein, also kam eine zweite hinzu.“ Und so wächst und wächst der Gnadenhof. Gerade arbeitet Claudia Minzlaff an einer Eintragung als gemeinnütziger Verein. Dann werde vieles leichter – im Moment entstehe der Kontakt zu den zu rettenden Tieren über Tierschutzvereine und manchmal auch einfach über Ebay. „Manche Menschen sind überfordert oder wollen das Tier schlicht und einfach nicht mehr haben. Dann bieten sie es für einen Euro auf solchen Plattformen an. Wenn wir das am Bild sehen, dass es dem Tier nicht gut geht, holen wir es zu uns.“
Wie sie das alles neben dem Beruf schafft? Da muss die 36-Jährige lachen. „Wir haben uns abgewöhnt zu schlafen.“ Doch herausfordernd sei es schon, neben einer vollen Berufstätigkeit auch noch den Hof zu führen. „Mein Freund und ich, wir arbeiteten gegenschichtig und können uns so alles etwas aufteilen, was auf dem Hof anfällt.“ Und schließlich schöpfe sie auch Kraft aus der Arbeit mit den Tieren, zum Beispiel, wenn sie das behinderte Huhn Karla streichle.
„Meine Arbeit auf der Station ist sehr erfüllend und abwechslungsreich. Es macht viel Spaß, ist aber manchmal auch anstrengend. Man muss einfach sehr viel reden und so manche Sprachbarriere auch überwinden. Da ist die Arbeit auf dem Hof ein sehr guter Ausgleich. Ich bin im Grünen, kann den Stress ablegen und meine Tiere betüdeln. Ich muss nicht reden, kann einfach sein. Das ist schön.“
Claudia Minzlaff berichtet aus ihrem Hofalltag auch auf den Social Media Kanälen Instagram und TikTok als Minzis_kleine_Farm.