Barbara Mitsiali-Kotsamidi
Anke Wittig
Das Darmkrebszentrum am DIAKO beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Früherkennung und Behandlung des Dickdarmkrebses.
Wir sind Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Darmzentren (addz).
Jährlich erkranken rund 73 000 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs. Das kolorektale Karzinom stellt in Deutschland bei Männern den dritthäufigsten und bei Frauen den zweithäufigsten bösartigen Tumor dar. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist es die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Etwa 29 000 Personen sterben alljährlich an dieser Erkrankung.
Das muss nicht sein, denn konsequente Vorsorge hilft, Leben zu retten. Darmkrebsvorsorge ist nicht zuletzt durch die mediale Berichterstattung der vergangenen Jahre als wichtiges Thema "gesellschaftsfähig" gemacht worden.
Wesentlicher Gedanke bei der Ausgestaltung des Darmkrebszentrum Bremen West ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Kliniken und Fachabteilungen des DIAKO mit Partnern in anderen Krankenhäusern und niedergelassenen Fach- und Hausärzten, um die Behandlung von Darmkrebs weiter zu verbessern. Diese sehr enge Zusammenarbeit einzelner Spezialisten unterschiedlicher medizinischer Fachbereiche ermöglicht eine optimierte leitliniengerechte Behandlung. Es werden sämtliche modernen Diagnostik- und Therapieverfahren zur Behandlung des Dickdarm- und Enddarmkrebses angeboten.
Diagnoastik- und Therapieverfahren
In einer wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz entscheiden alle Behandlungspartner gemeinsam und legen für jeden Patienten individuell einen Diagnostik- und /oder Therapieplan fest.
Das Darmkrebszentrum Bremen West führt regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen für die beteiligten Ärzte, niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Patienten und Angehörige durch. Im Rahmen eines zertifizierten Qualitätsmanagements erfolgen darüber hinaus zweimal jährlich Qualitätszirkel zur Überprüfung der geleisteten Arbeit mit Diskussion und Veröffentlichung der Behandlungsergebnisse.
Das Darmkrebszentrum Bremen West versteht sich als Dienstleistungsorganisation für alle Patienten, die an Darmkrebs leiden. Durch qualitätsgesicherte Zusammenarbeit in einem fachübergreifenden interdisziplinären Team von Spezialisten wird die komplexe Erkrankung Darmkrebs unter optimalen Voraussetzungen, zertifiziert durch die Deutsche Krebsgesellschaft, behandelt.
Als Darmkrebs bezeichnet man alle bösartigen Tumoren im Dickdarm oder Mastdarm. Krebserkrankungen des Dünndarms sind extrem selten. Mehr als 95 Prozent aller bösartigen Tumoren finden sich im Dickdarm und Enddarm, obwohl der Dünndarm mehr als 50 Prozent des gesamten Darms ausmacht.
Man unterscheidet zwischen:
Darmkrebstumoren entstehen zu 90 Prozent aus Polypen. Diese können jahrelang gutartig bleiben, können aber auch entarten und sich zu einem bösartigen Tumor entwickeln - das geschieht meist schleichend und völlig unbemerkt innerhalb von fünf bis zehn Jahren.
Mit zunehmendem Alter kann es bei jedem Menschen zu Veränderungen an den SchleimhautzeIlen des Darmes kommen. Darmkrebs entsteht nicht durch ein einziges schädigendes Ereignis, sondern erst dann, wenn sich Schäden in der Erbsubstanz häufen. Die Defekte führen schließlich zum Verlust der natürlichen Wachstumskontrolle und veranlassen eine Zelle, sich unkontrolliert zu teilen oder übermäßig zu wachsen.
Im Alter steigt also das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Zum einen, weil sich mit der längeren Lebenszeit immer mehr Mutationen ansammeln können. Zum anderen, weil die DNS-Reparatursysteme im Alter nicht mehr so effektiv arbeiten. Die meisten Darmkrebspatienten sind daher auch älter als 50 Jahre.
Genveränderungen können aber auch erblich bedingt sein. In solchen Fällen sammeln sich genetische Schäden wesentlich schneller an und die Krankheit kann schon in jungen Jahren entstehen.
Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut. Sie bilden sich an der Darmwand und ragen ins Darminnere hinein. Darmpolypen können ganz unterschiedliche Formen haben, pilz- oder polsterartig aussehen und entweder mit einem Stil oder breitbasig auf der Darmwand aufsitzen. Sie variieren in Größe und Anzahl und können sowohl einzeln als auch in Gruppen auftreten. Bei etwa einem Drittel der Patienten ist der Mastdarm betroffen.
Je größer Darmpolypen werden, desto mehr nimmt die Gefahr der Zellentartung zu. Bei der Größe von einem Zentimeter beträgt das Risiko, dass bereits Krebszellen vorliegen, rund 7 Prozent; bei einer Polypengröße von vier Zentimetern schon etwa 20 Prozent.
Die Entfernung von Darmpolypen während einer Darmspiegelung wird Polypektomie genannt: Ein Instrument mit einer feinen Schlinge wird über den Arbeitskanal des Endoskopes ins Darminnere vorgeschoben. Diese dünne Drahtschlinge wird um den Polypenstiel gelegt.
Während sich die Schlinge zuzieht wird für einen Moment Hochfrequenz-Strom hindurch geleitet. Durch die Hitzeeinwirkung wird der Polyp abgeschnitten und die durchtrennten Blutgefäße verschlossen, so dass es zu keiner Blutung kommt. Bei der Untersuchung der Polypen im Labor wird festgestellt, ob bereits Krebszellen im Polypen vorhanden waren und ob der Polyp vollständig entfernt wurde.
Erblich bedingt ist zum Beispiel die so genannte familiäre adenomatöse Polyposis (FAP). Hat ein Elternteil FAP, erben die Kinder mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit diese Krankheit. Bei der Erkrankung treten 100 bis 1000 Polypen auf. Die zunächst gutartigen Polypen entarten über kurz oder lang immer zu Krebs - oft schon im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Allerdings trägt höchstens einer von 100 neu diagnostizierten Darmkrebspatienten Symptome einer FAP.
Es gibt auch erblich bedingte Darmkrebserkrankungen ohne Polypen, wie zum Beispiel die hereditären (erblichen) Nicht-Polyposis·Kolonkarzinome (HNPCC). Rund 5 bis 7 Prozent aller Darmkrebsfälle sind auf ein HNPCC zurückzuführen.
Darunter fällt auch das seltene so genannte Lynch·Syndrom. Menschen mit solchen ererbten Genveränderungen haben ein sehr hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens - bei Hinzutreten weiterer Mutationen in den Zellen der Darmschleimhaut - an Darmkrebs zu erkranken.
Bei einer unerkannten und deshalb nicht ärztlich überwachten Veranlagung für HNPCC beträgt das Risiko einer Darmkrebserkrankung über 80 Prozent. Weitere möglicherweise vererbbare Anlagen für Dickdarmkrebs sind noch wesentlich seltener. Dazu zählen das Peutz-Jeghers-Syndrom oder die familiäre juvenile Polyposis. Beide Erkrankungen weisen massenhaft Polypen auf, die sich mit der Zeit zu Krebs verändern können.
Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden um Darmpolypen und Darmkrebs so früh wie möglich zu erkennen. Wurde ein Tumor entdeckt, ist ein exaktes Bild der Erkrankung wichtig, um Darmkrebs sowie eventuelle Metastasen zielgenau und mit den richtigen Mitteln zu behandeln.
Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Tumors sind:
Wird ein Tumor entdeckt, sind weitere Untersuchungen nötig, um die Ausbreitung auf benachbartes Gewebe und andere Organe zu bestimmen (je nach Ausgangsbefund sind nicht alle Untersuchungen notwendig):
Erst nachdem alle erforderlichen Untersuchungen durchgeführt wurden und die Ergebnisse vorliegen, können die individuell auf den Patienten abgestimmten Behandlungsmaßnahmen eingeleitet.
Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist die zurzeit effektivste und treffsicherste Methode, Tumoren und Polypen im Darm aufzuspüren. Bei der Darmspiegelung führt der Arzt ein dünnes, schlauchförmiges Untersuchungsgerät (Endoskop) durch den After in den Darm ein. An der Spitze des Gerätes ist eine Minikamera montiert, mit deren Hilfe das Innere des Darms genau inspiziert werden kann. Durch spezielle Arbeitskanäle im Endoskop können kleine Instrumente in den Darm vorgeschoben werden, mit denen Gewebeproben entnommen oder gefährliche Darmpolypen aus dem Darm entfernt werden können.
Mit modernen Geräten, die mit weichen Schläuchen und winzigsten Kameras und Lichtquellen arbeiten, ist diese Untersuchung weniger belastend. Wer Angst vor der Untersuchung hat, sollte sich mit dem Arzt über ein leichtes Medikament zur Entspannung oder ein Betäubungsmittel beraten, so dass der Eingriff in der Regel schmerzfrei ist. Die Koloskopie wird in den meisten Fällen ambulant durchgeführt.
Welche Therapien sinnvoll sind, ergeben sich aus der Auswertung aller Untersuchungsbefunde. Unterstützend zur Operation werden Chemotherapie, Bestrahlung und Kombinationen aus diesen Therapieverfahren angewendet. Für die Auswahl der besten Therapie ist die Frage entscheidend, ob eine Heilung (kurative Behandlung) oder nur eine Linderung (palliative Behandlung) möglich ist.
Deswegen ist es wichtig festzustellen, wie weit der Krebs sich ausgebreitet hat. Um Untersuchungs- und Forschungsergebnisse besser miteinander vergleichen zu können, haben Ärzte und Wissenschaftler ein international gültiges Verfahren - das TNM-System - entwickelt, das bösartige Tumoren hinsichtlich ihrer anatomischen Ausbreitung klassifiziert und verschiedenen Stadien zuordnet.
Die Abkürzung TNM (engl. tumor, node, metastasis) steht für die Kriterien, anhand derer sich die lokale Ausbreitung der Krebserkrankung und die eventuelle Ausdehnung auf weitere Körperregionen beschreiben lässt.
Das einzige Verfahren, mit dem Darmkrebs geheilt werden kann, ist nach wie vor die Operation. Dies gilt sowohl für Dickdarm- als auch für Mastdarmkrebs. Zusätzliche Maßnahmen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie können den Erfolg der Operation sichern und nach erfolgreicher Operation die Langzeitprognose der Erkrankung verbessern. Bei Darmkrebs in einem frühen Stadium kann allein durch die Operation eine vollständige Heilung erreicht werden.
Das Prinzip aller Operationen am Dick- und Mastdarm ist die Entfernung des betroffenen Darmabschnittes mit den dazugehörigen Lymphknoten. Am Dickdarm wird die Länge des zu entfernenden Darmabschnittes vom Verlauf der entsprechenden Blutgefäße bestimmt. Nach der Entfernung (Resektion) des betroffenen Darmabschnittes werden die beiden Darmenden durch eine spezielle Nahttechnik miteinander verbunden. Je nach Lokalisation geschieht dies durch eine Naht von Hand oder mit einem Klammernahtgerät. Die Anlage eines künstlichen Darmausganges kommt bei Dickdarmtumoren äußerst selten in Betracht.
Bei Mastdarmtumoren im oberen und mittleren Drittel (ca. 6-75 cm vom After entfernt) kann in den allermeisten Fällen so operiert werden, dass der Schließmuskel erhalten bleibt. Die Anlage eines künstlichen Darmausganges auf Dauer ist hier also nicht die Regel. Manchmal wird man bei dieser Lokalisation aufgrund individueller Besonderheiten einen künstlichen Darmausgang auf Zeit (für 2-3 Monate) anlegen. Einzelheiten hierzu werden wir mit Ihnen und auf Wunsch mit Ihren Angehörigen in einem ausführlichen Gespräch besprechen.
Auch bei Tumoren in der Nähe des Afters, also im unter Drittel des Mastdarms, entscheiden die bei Ihnen vorliegenden individuellen Gegebenheiten über die Art und Weise des Vorgehens. Allerdings ist in diesen Situationen ein Erhalt des Schließmuskels oft nicht möglich, so dass die Anlage eines dauerhaften, künstlichen Darmausganges erforderlich wird. Mit Hilfe unseres Stomatherapeuten werden Sie dann auf ein fast normales Leben nach der Operation vorbereitet.
Nach allen Operationen am Dick- und Mastdarm werden Sie für kurze Zeit auf unserer Intensivstation versorgt. Das entfernte Gewebe wird nach dem Chirurgischen Eingriff genau untersucht, um das Tumorstadium und die Ausbreitung der Erkrankung exakt beschreiben zu können. Die Heilungschancen sind abhängig davon, in welchem Stadium der Darmkrebs sich befindet.
Möchten Sie uns ein Feedback geben? Dann füllen Sie gern den Feedbackbogen für Einweiser aus.
Die fachübergreifende, qualitätsgesicherte, inhaltlich und strukturell abgestimmte (S3-Leilinien-basierte) Zusammenarbeit in einem interdisziplinärem "Darmkrebszentrum" bietet optimale Voraussetzungen für eine flächendeckende kompetente Versorgung von Patienten mit der komplexen Erkrankung "Darmkrebs".
Das etablierte interdisziplinäre Darmkrebszentrum Bremen West orientiert sich an folgenden Zielsetzungen, die sich in konkreten Qualitätszielen (s. QM-Handbuch Darmzentrum) wieder finden:
Die Umsetzung dieser Ziele erfolgt im Einklang mit dem Leitbild des DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus Bremen gemeinnützige GmbH.
Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern erweitern wir unser Leistungsspektrum, um Ihnen die bestmögliche Beratung, Behandlung sowie eine umfassende Unterstützung auf höchstem Niveau zu gewährleisten.
Dr. T. Beckenbauer
Dr. S. Maierhof
Am Markt 11
28359 Bremen
Dr. med. M. Heinsch
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
Prof. Dr. U. Carl
Dr. med. C.O. Carl
PD Dr. med. habil. M. Nitsche
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
Dr. J. Blietz
C. Pietschmann
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
Prof. Dr. K. Tiemann
Fangdieckstr. 75a
22547 Hamburg
T 040-70708520 0
info@hp-hamburg.de
Prof. Dr. J. Ahrens
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
Dipl. Psychologin S. Lucke,
M.Sc. Psychologie T. Schönborn
M. Sc. Psychologie R. Müller
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
P. Meyer
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
J. Yzer,
H. Cici,
D. von Bloh
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
M. Freericks
C. Sprenger
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
T. Golnick
S. Keiselt
Am Neumarkt 42
22041 Hamburg
T 0800 – 4686200
T 0172-839-1830
deske@coloplast.com
K. Philipp
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
Dr. S. Hepe
Am Schwarzen Meer 101-105
28205 Bremen
A. Wittig
Gröpelinger Heerstr. 406 - 408
28239 Bremen
PD Dr. med. habil. M. Nitsche
Schwachhauser Heerstr. 52
28209 Bremen
Region Bremen / Niedersachsen Mitte
R. Schaening
Treffen jeden letzten Donnerstag im Monat um 15.30 Uhr im
Krankenhaus St. Joseph-Stift GmbH
Schwachhauser Heerstraße 54 (Eingang Schubertstraße)
28209 Bremen
Konferenzraum Hauptgebäude 1.Etage
Tel. 04207 – 6919304
Email: ralf.schaening@ilco-kontakt.de
Frau Prof. Dr. med. Claudia Baldus
Herr Prof. Dr. med. Nikolas von Bubnoff
Frau Prof. Dr. med. Anne Letsch
Herr Prof. Dr.med. Bruno Christian Köhler
Arnold-Heller-Str. 3
234105 Kiel
T 0451 500-18501
Prof. Dr. Stephan M. Freys, Chefarzt der Chirurgie am DIAKO, hält regelmäßig Vorträge unter dem Titel „Darmkrebs – Risiko, Vorsorge, Therapie". Der Vortrag beinhaltet Informationen zu Vorsorgemaßnahmen und Screening-Untersuchungen. Es werden alle Fragen rund um das Thema beantwortet. Interessierte finden weitere Informationen auf der Website der DIAKO Gesundheitsimpulse.