Moderne Diagnostik und individuelle Therapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, kurz CED, umfassen vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beim Morbus Crohn kann der gesamte Magen-Darm-Trakt betroffen sein, besonders häufig der Übergang zwischen Dünn- und Dickdarm. Die Entzündung tritt meist abschnittsweise auf und kann auch den Analbereich betreffen. Die Colitis ulcerosa hingegen beginnt im Enddarm und breitet sich zusammenhängend im Dickdarm aus. Je nach Ausdehnung sprechen Fachleute von einer Proktitis ulcerosa, einer Linksseitencolitis oder einer Pancolitis. Beide Erkrankungen können auch Beschwerden außerhalb des Darms verursachen, etwa an Haut, Gelenken oder Augen.

Spezialisierte Sprechstunde und umfassende Diagnostik

Im DIAKO Krankenhaus Bremen bieten wir eine spezialisierte Bauchsprechstunde an, die mittwochs stattfindet. Unser Behandlungsschwerpunkt CED in der Gastroenterologie unter der Leitung von Dr. Grotjahn umfasst eine umfassende Diagnostik und moderne Therapie. Dazu gehören endoskopische Untersuchungen wie Magen- und Darmspiegelungen sowie spezielle proktologische Verfahren. In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen und Partnern aus Endoskopie und Radiologie setzen wir außerdem moderne Bildgebung wie MRT und CT ein. Therapeutisch kommen neben bewährten Verfahren auch moderne Biologika und JAK-Inhibitoren zum Einsatz. Eine ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist im Aufbau.

Moderne operative Verfahren und interdisziplinäre Betreuung

Wenn eine Operation erforderlich ist, stehen schonende und individuell angepasste Verfahren zur Verfügung. Diese Operationsmethoden sind möglichst minimalinvasiv und gegegebenfalls wird auch die roboterassistierte Chirurgie eingesetzt. Beim Morbus Crohn reichen diese von der Ileocoekalresektion über Dünn- oder Dickdarmteilresektionen bis hin zu darmerhaltenden Techniken wie der Strikturoplastik. Moderne Operationsverfahren wie die Kono-S-Anastomose oder die erweiterte Resektion des Mesenteriums sowie spezialisierte Fistelchirurgie ergänzen das Spektrum. Bei Colitis ulcerosa kommen unter anderem die restaurative Proktokolektomie mit Anlage eines Ileum-J-Pouches oder eine subtotale Kolektomie infrage. Auch komplexe Eingriffe wie eine Pouchexstirpation werden durchgeführt.

Eine ganzheitliche Betreuung ist uns besonders wichtig. Deshalb arbeiten wir eng mit den Bereichen Dermatologie, Ernährungsmedizin und Stomatherapie zusammen. Zudem informieren wir über Selbsthilfeangebote wie die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) und die ILCO, die Betroffene im Alltag unterstützen.

Polyposis-Syndrome: Früherkennung, genetische Beratung und individuelle Therapie

Polyposis-Syndrome sind seltene, meist erblich bedingte Erkrankungen, bei denen sich zahlreiche Polypen im Magen-Darm-Trakt bilden. Besonders bekannt sind die familiäre adenomatöse Polyposis und weitere genetische Varianten, die mit einem deutlich erhöhten Risiko für Darmkrebs verbunden sein können. Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb entscheidend, um bösartige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen oder zu verhindern.

Im DIAKO Krankenhaus Bremen bieten wir eine spezialisierte Diagnostik mit modernen endoskopischen Verfahren sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Humangenetik an. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, individuelle Therapiekonzepte und – falls erforderlich – operative Maßnahmen gehören zum Behandlungsspektrum. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten langfristig zu begleiten, Risiken zu minimieren und die Lebensqualität zu erhalten.

Interdisziplinäre Betreuung als Schlüssel zum Behandlungserfolg

Ein zentraler Bestandteil in der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im DIAKO Krankenhaus Bremen erfolgt die Versorgung der Patientinnen und Patienten in enger Abstimmung zwischen der Chirurgie, der Gastroenterologie und den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Ziel ist es, für jede individuelle Krankheitsphase die bestmögliche Therapieentscheidung zu treffen.

Gemeinsam den richtigen Zeitpunkt finden

Besonders wichtig ist die sorgfältige Abstimmung des Operationszeitpunkts. Nicht jede Erkrankung erfordert sofort einen chirurgischen Eingriff. Häufig wird im interdisziplinären Austausch entschieden, wann eine Operation sinnvoll ist und wann zunächst konservative oder medikamentöse Therapien fortgeführt werden sollten. Diese enge Abstimmung trägt wesentlich dazu bei, Risiken zu minimieren und den Behandlungserfolg zu verbessern, da der richtige Zeitpunkt entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf ist.

Moderne endoskopische Verfahren gezielt einsetzen

Neben operativen Verfahren spielen auch moderne endoskopische Therapien eine wichtige Rolle. Dazu zählt insbesondere die Dilatation von kurzstreckigen Engstellen im Darm. Mit diesen schonenden Verfahren können Verengungen gezielt erweitert werden, wodurch sich Beschwerden häufig deutlich lindern lassen und operative Eingriffe in ausgewählten Fällen vermieden oder hinausgezögert werden können.

Ihr direkter Ansprechpartner

Prof. Dr. Emile Rijcken FEBS

Chefarzt der Klinik für Chirurgie

Terminvergabe

Allgemeinchirurgische Sprechstunde im Sprechstundenbereich (SSB)

Mo, Di, Do, Fr 8.30 bis 14.00 Uhr, Mi 8.30 bis 10.00 Uhr T 0421-6102-4000 sprechstundenbereich@diako-bremen.de

Bauchsprechstunde

Mittwoch | Prof. Dr. Emile Rijcken

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