Im Erdgeschoss des DIAKO ziehen großformatige Leinwände die Aufmerksamkeit vieler Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeitenden auf sich. Die farbintensiven Werke stammen von Dörte von Bloh, die seit 23 Jahren im Sozialdienst des Krankenhauses arbeitet und erst vor wenigen Jahren ihre Leidenschaft für die Kunst entdeckt hat.

Begonnen hat alles während einer Reha in Freiburg im Januar 2023. Viel Ablenkung gab es dort nicht – also griff Dörte von Bloh zu Aquarellfarben und begann zu malen. Wieder zuhause entwickelte sich das neue Hobby schnell weiter. Sie besorgte größere Rahmen, Acrylfarben und Leinwände und experimentierte mit verschiedenen Techniken.

Besonders inspiriert wurde sie von der Rakeltechnik des Künstlers Gerhard Richter. Vieles eignete sie sich selbst an – ohne Kurse, allein durch Ausprobieren und stetiges Weiterentwickeln.

„Das ist alles learning by doing gewesen“, erzählt Dörte von Bloh. „Ich kann durch die Bilder sehr viel ausdrücken. Manche habe ich schon fünfmal übermalt. Und wenn ich sie später anschaue, denke ich manchmal: Ach so ging es mir gestern.“

Die Kunst ist für sie auch ein Weg geworden, belastende Situationen aus dem Berufsalltag zu verarbeiten. Im Sozialdienst begegnet sie täglich den Schicksalen vieler Patientinnen und Patienten. Gerade deshalb ist das Malen für sie ein wichtiger Ausgleich.

„Es gibt emotional belastende Tage im Büro, weil man die Geschichten der Menschen mitbekommt. Aber wir haben ein tolles Team, das einen gut auffängt“, sagt sie.

Viele ihrer Bilder entstehen am Wochenende, manchmal aber auch nach der Arbeit, um den Kopf freizubekommen. Insgesamt hat Dörte von Bloh inzwischen 21 Werke geschaffen.

Dass ihre Kunst nun öffentlich im DIAKO gezeigt wird, bedeutet ihr viel. Ein Großteil ihrer Werke hängt seit Juni im Erdgeschoss des Krankenhauses und sorgt dort regelmäßig für Gespräche. Interessierte bleiben stehen, betrachten die Werke und interpretieren die abstrakten Formen und Farben auf ganz unterschiedliche Weise.

„Ich finde spannend, was andere Menschen in den Bildern sehen“, sagt sie. „Jede und jeder entdeckt darin etwas anderes.“

Die positive Resonanz freut sie besonders. Einige Kolleginnen und Kollegen hätten bereits Interesse an eigenen Bildern für ihre Büros gezeigt. Ein Bild wurde bereits verkauft und der ehemaligen kommissarischen Chefärztin der Klinik für Hämatologie und Onkologie Dr. Karin Schmitz als Abschiedsgeschenk überreicht – ein Moment, der Dörte von Bloh bis heute bewegt.

„Das war ein tolles Gefühl, dass jemand eines meiner Bilder verschenken wollte“, erinnert sie sich.

Mit ihrer Ausstellung bringt Dörte von Bloh nicht nur Farbe in die Flure des Krankenhauses, sondern zeigt auch, wie kreative Leidenschaft entstehen kann – manchmal ganz unerwartet.

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