Eine beidseitige Erneuerung der Hüft- oder Kniegelenke durch künstliche Gelenke ist ein operativer Eingriff, der die Lebensqualität vieler Patientinnen und Patienten deutlich verbessern kann. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im DIAKO Krankenhaus Bremen setzt bei der beidseitigen Erneuerung der Hüft- oder Kniegelenke ausschließlich auf das sequenzielle OP-Verfahren, bei dem beide Gelenke in einer einzigen Operation nacheinander ersetzt werden. Dieser schrittweise Austausch der Gelenke wird nur in wenigen orthopädischen Fachkliniken in Deutschland angeboten.

Anders als bei der simultanen Methode, bei der die Gelenke gleichzeitig implantiert werden, besteht beim sequenziellen Verfahren die Möglichkeit, falls notwendig, während der Operation zu entscheiden, eventuell nur eine Seite zu operieren. »So wird eine größere Behandlungssicherheit gewährleistet. Verläuft alles reibungslos, operieren wir die zweite Seite direkt danach während derselben Narkose«, erklärt Professor Dr. Michael Bohnsack, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Vor der Operation werden die Patientinnen und Patienten umfassend aufgeklärt, auch darüber, dass gegebenenfalls nur eine Seite operiert wird. Sie entscheiden selbst, ob sie die beidseitige Operation oder zwei getrennte Eingriffe bevorzugen. Viele wählen, so der Chefarzt, die beidseitige Variante mit nur einer Narkose. »Für viele ist eine einzige Operation mental weniger belastend als zwei getrennte Eingriffe.«

Beidseitige Hüft- oder Knieoperationen dauern etwa doppelt so lang wie die Implantation bei nur einer Seite – also rund zwei Stunden für die Hüften und etwa zweieinhalb Stunden für beide Knie. »Durch unsere Erfahrung und Routine bieten wir nicht nur nachweislich Maximalstandards in der Behandlungsqualität, sondern sind dabei auch noch schnell – das reduziert die Narkosedauer für die Patientinnen und Patienten. Der schrittweise Gelenkaustausch bietet zusätzliche Sicherheit«, erklärt Bohnsack.

Die beidseitige Implantation ist vor allem bei ausgeprägter beidseitiger Arthrose sinnvoll, wenn beide Gelenke stark eingeschränkt sind. Aber auch bei Fällen, in denen eine Fehlstellung vorliegt, die nicht durch Physiotherapie behoben werden kann, ist eine gleichzeitige Versorgung beider Gelenke oft hilfreich. »Besonders profitieren fitte Patientinnen und Patienten von dieser Methode, da sie schnell wieder aktiv sein können – und nicht noch eine zweite Operation und Reha vor sich haben«, weiß der Chefarzt. »Der Heilungsprozess wird bei der beidseitigen Implantation insgesamt beschleunigt, beide Gelenke sind unmittelbar nach der Operation voll belastbar.«

 

Ein Beitrag aus dem Magazin der Freien Kliniken Bremen. 

Share it, if you like it.

Neuigkeiten Gesundheitszentrum Bremer Westen

Pressefoto Michael Bohnsack

Schrittweises, schonendes OP-Verfahren im DIAKO Krankenhaus Bremen bei beidseitiger Arthrose: Hüft- und Kniegelenke werden jeweils in einer einzigen Operation ausgetauscht – für einen kürzeren…

weiterlesen