Die Allgemein- und Viszeralchirurgie
Die Allgemein- und Viszeralchirurgie stellt einen wesentlichen Schwerpunkt der Chirurgischen Klinik am DIAKO dar. Hier werden Patienten mit gutartigen Funktions-
störungen und mit Erkrankungen durch bösartige Tumore im gesamten Magen-Darm-Trakt diagnostisch bzw. operativ behandelt. Es besteht eine sehr enge Kooperation mit den beiden medizinischen Partnern-Kliniken (Medizinische Klinik I Schwerpunkt Gastroenterologie und Medizinische Klinik II Schwerpunkt Onkologie) im Interdisziplinären Bauchzentrum (IBZ). Durch diese neuartige Zusammenarbeit zwischen den drei Fachabteilungen kann ein sogenanntes "problemorientiertes Patientenmanagement" verwirklicht werden, d.h. kurze Entscheidungswege, Zusammenführen von Fachwissen, gemeinsame Therapien und patientenfreundlicher Service.
Zu den häufigsten gutartigen Erkrankungen bzw. Funktionsstörungenhaben wir für Sie (als Patient oder Arzt) im folgenden wichtige Fakten zusammengetragen, die Ihnen zur Entscheidungshilfe bzw. zur Information dienen sollen, ob oder wenn eine Operation notwendig wird.
Schilddrüsen-Erkrankungen
Welche Untersuchungen sind notwendig, um die Notwendigkeit einer Operation bei Schilddrüsenerkrankung abzuklären?
Bei Funktionsstörungen der Schilddrüsen liegen in aller Regel eine Überfunktion oder eine Unterfunktion der Schilddrüsenhormonproduktion vor. Durch gezieltes Befragen, eine körperliche Untersuchung, spezielle Blutuntersuchungen mit Analyse von Schilddrüsenhormonaktivität und -antikörpern, durch bildgebende Unter-suchungen, wie Ultraschall, Schilddrüsen-Szintigraphie und zusätzlich ggf. Röntgen, Computer- oder Kernspintomographie werden Informationen gesammelt, die entscheiden, ob eine medikamentöse oder eine operative Behandlung der Schilddrüsenerkrankung notwendig wird.
Welche Operationen kommen in Betracht?
Anhand der durchgeführten Diagnostik kann in den meisten Fällen schon vor der Operation festgelegt werden, wieviel Schilddrüsengewebe entfernt werden muss.
Bei gutartigen Erkrankungen der Schilddrüse wird in der Regel derjenige Schild-
drüsenlappen vollständig entfernt, indem der Großteil der Veränderungen festzustellen ist und es verbleibt ein geringer Anteil des Schilddrüsenlappens, welcherweniger stark verändert ist. In einigen Fällen ist auch bei gutartigen Erkrankungen eine vollständige Entfernung der Schilddrüse notwendig.
Bei bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse muß in vielen Fällen die gesamte Schilddrüse entfernt werden und ggf. umliegendes Lymphknotengewebe, je nach Größe der vorhandenen Schilddrüsengeschwulst.
Krankenhausaufenthalt und Operation:
Bei einem einmaligen Vorstellungstermin in der Sprechstunde unseres OKC werden die bei Ihnen bereits erhobenen Untersuchungsergebnisse besprochen, ggf. werden dann noch notwendige Zusatzuntersuchungen (z.B. HNO-fachärztliche Untersuchung hier im Hause, um die Funktion der Stimmbänder zu überprüfen) durchgeführt, Sie werden von uns über das Operationsverfahren unterrichtet, durch den Narkosearzt untersucht und über das Narkoseverfahren aufgeklärt, und Sie erhalten schließlicheinen Termin zur stationären Aufnahme zur Operation.
Am Operationstag werden Sie dann bei uns stationär aufgenommen, direkt zum Eingriff vorbereitet und es erfolgt die Schilddrüsenoperation. Nach der Operation werden Sie über den Aufwachraum der Narkoseabteilung auf Ihre Station zurück verlegt. In aller Regel können Sie am nächsten Tag mit dem normalen Essen beginnenund die Entlassung erfolgt bei unauffälliger Wundheilung am 2. bis 3. Tag nach der Operation, nachdem hier nochmals eine HNO-Untersuchung in unserer Klinik durchgeführt wurde.
Wie ist das mit den Nerven?
Bei der Operation kann es zu einer Verletzung des sogenannten Stimmbandnerven (Nervus laryngeus recurrens) und eines Kehlkopfnerven (Ramus externus des Nervus laryngeus superior) kommen. Beide Nerven ziehen auf jeder Seite bzw. von oben hinter der Schilddrüse bis an den Kehlkopf. Bei der Operation sollten diese Nerven nicht verletzt werden, da es sonst zu einer Heiserkeit (Nervus laryngeus recurrens) bzw. zum Verlust der Stimmhöhe sowie zu einer schnellen Ermüdbarkeitder Stimme (Ramus externus des Nervus laryngeus superior) kommen kann. Um Nervenverletzungen zu vermeiden, gibt es seit kurzem eine spezielle Untersuchungsmethode, das sogenannte Neuromonitoring in der Schilddrüsenchirurgie mit der 1.) eine Identifikation der Nerven während der Operation und 2.) eine Funktionsbeobachtung der Nerven erfolgen kann. Diese Methode wird routinemäßig in unserer Klinik in der Schilddrüsenchirurgie eingesetzt und soll das Risiko von Stimmband- bzw. Kehlkopfnerven-Verletzungen reduzieren.
Was muss nach der Operation beachtet werden?
Je nach verbliebener Größe der Restschilddrüse ist ein Ersatz des Schilddrüsen-hormonbedarfs erforderlich. Gleichzeitig kann es notwendig werden, eine medikamentöse Hormonsubstitution durchzuführen, um ein Neuauftreten (Rezidiv) der Schilddrüsenvergrößerung zu verhindern. Nach Erhalt der Gewebeuntersuchung werden wir Ihrem behandelnden Arzt eine Therapie-empfehlung für eine ggf. notwendige Rezidivprophylaxe bzw. eine Schild-drüsenhormsubstitution empfehlen.
Achalasie

Was ist Achalasie?
Achalasie ist eine gutartige Funktionsstörung der Speiseröhre und des unteren Schließmuskels der Speiseröhre zum Magen, bei der es durch eine fehlende oder unvollständige Erschlaffung des Schließmuskels und gleichzeitig bestehende Pumpfunktionsstörung in der Speiseröhre zu einer Transportstörung von Nahrungsbestandteilen in den Magen kommt, hierbei kann es zu einer erheblichen Aufweitungder Speiseröhre kommen, wie es das nebenstehende Röntgenbild zeigt. Typischerweise klagen Patienten über Schluckschwierig-keiten unterschiedlichen Ausmaßes.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und
wann ist eine operative Behandlung sinnvoll?
Grundsätzlich stehen medikamentöse (Calcium-Antagonisten), endoskopische (endoskopisch pneumatische Dilatation), Kombinationen dieser beiden (endoskopische Injektion von Botulinus-Toxin) und operative Behandlungen (Heller-Myotomie) zur Verfügung. Welche Behandlungsform in welcher Situation das empfohlene Verfahren darstellt, sollte sehr individuell durch Kenntnis der bisherigen Behandlungen, Leidensdruck des Patienten, aktuelle Funktionsunter-suchungen und die Wahl des Patienten nach entsprechender Aufklärung über die unterschiedlichen Therapieoptionen entschieden werden.
Welche Untersuchungen sind zur Abklärung einer operativen Behandlung sinnvoll?
Zur Abklärung der Möglichkeit einer operativen Therapie sind eine Reihe endos-kopischer und funktionsdiagnostischer Untersuchungen erforderlich, die in der Regelambulant erfolgen können. Hierzu gehören:
1. eine ausführliches Gespräch zu Beschwerden und
bisherigen Behandlungen
2. eine endoskopische Untersuchung des Magen-Darm-Traktes
3. eine Ösophagus-Manometrie (Druckmessung der Speiseröhre)
4. ggf. eine Röntgenuntersuchung der Speiseröhre.
Darüber hinaus können weitere Untersuchungen notwendig werden, falls sich bei den genannten Untersuchungen Unklarheiten ergeben. Terminvereinbarung und Information bezüglich der notwendigen Diagnostik erhalten Sie durch die Sprechstunde unseres Interdisziplinären Bauchzentrums (IBZ).
Welche Operationen kommen in Frage?
Die operative Behandlung erfolgt in unserer Klinik grundsätzlich durch einen laparoskopischen Eingriff (sog. Bauchspiegelungs-Operation). Die Vorteile dieser Operationstechnik für die Patienten sind geringere Schmerzen nach der Operation, eine schnellere Mobilisation, weniger postoperative Atemwegs-probleme, weniger Wundkomplikationen, weniger Verwachsungen, ein besseres kosmetisches Ergebnis, ein kürzerer stationärer Aufenthalt, eine schnellere Rekonvaleszenz und ggf. Arbeitsfähigkeit.
In der Regel erfolgt eine sogenannte Myotomie mit partieller Fundoplikatio, eine Operation, bei der nach Darstellung der Schließmuskelregion (siehe Abb. 1) der Muskelschlauch des unteren Speiseröhrenschließmuskels längsförmig gespalten wird (siehe Abb. 2) und dann ein Anteil der Magenvorderwand in diese geschaffene Muskellücke eingenäht wird (siehe Abb. 3 + 4). Diese Maßnahmen erfolgen, um 1. eine Wiedervereinigung der Muskelanteile zu verhindern,
2. eine sichere Abdichtung dieses "Defektes" zu gewährleisten und 3. einem übermäßigen Rückfluß von Speisebestandteilen aus dem Magen in die Speiseröhre vorzubeugen.
Krankenhausaufenthalt und Operation:
Bei einem Vorstellungstermin in der Sprechstunde unseres Interdisziplinären Bauchzentrums (IBZ-Sprechstunde) werden die bei Ihnen bereits erhobenen Untersuchungsergebnisse besprochen, ggf. werden dann noch notwendige Zusatzuntersuchungen durchgeführt bzw. veranlasst, Sie werden von uns über das Operationsverfahren unterrichtet, durch den Narkosearzt untersucht und über das Narkoseverfahren aufgeklärt, und Sie erhalten schließlich einen Termin zur stationären Aufnahme zur Operation.
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Über insgesamt 5 kleine Hautschnitte verschafftman sich Zugang zum unteren Ösophagus bzw. oberen Anteil des Magens. Unter Sicht einer Videokamera wird die Myotomie und die partielle Fundoplikatio in der jeweils erforderlichen Weise im Bereich des unteren Speiseröhrenschließmuskels durchgeführt (siehe Abb. 1-4). Danach werden die kleinen Hautschnitte mit Nähtenverschlossen und mit einem sterilen Pflaster verbunden.
In der ersten Phase nach der Operation bleiben Sie nüchtern und erhalten Infusionen. Mit dem Kostaufbau wird nach ärztlicher Beurteilung begonnen. Die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthaltes beträgt bei problemlosem postoperativenVerlauf etwa 5 - 7 Tage.
Welche allgemeinen Hinweise zum Verhalten nach der Operation sind zu beachten, welche Komplikationen können auftreten?
Grundsätzlich gelten die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen, wie nach jedem operativen Eingriff. Aufgrund der laparoskopischen Operationstechnik werden Sie sich jedoch in der Regel recht schnell erholen und wieder Ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen können. Es gibt keine diätetischen Beschränkungen nach der Operation, in der Anfangsphase sollte jedoch auf eine leichte Kost geachtet werden, um die durchgeführte Reparatur nicht zu gefährden.
Nach der Operation kann es im weiteren Verlauf zu einem Wiederauftreten der Beschwerden kommen, dies geschieht in ca. 5 % der Fälle, ursächlich ist hier eine erneute muskuläre Verengung im Bereich der unteren Speiseröhre; dieses Problemkann entsprechend der individuellen Situation entweder endoskopisch oder auch erneut operativ behandelt werden. Bei ca. 5 - 10 % der Patienten können Refluxbeschwerden, d.h. Sodbrennen oder ähnliche Probleme auftreten, hier kann in allerRegel erfolgreich mit Medikamenten geholfen werden.
Wichtig ist, anzumerken, daß jegliche Behandlung der Achalasie, so natürlich auch die Operation, keine ursächliche Therapie darstellt, d.h. es kann der vorliegende Funktionsdefekt nicht geheilt werden, es können aber die Beschwerden durch dieoperative Korrektur deutlich und mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit dauerhaft gelindert oder beseitigt werden.
Gastroösophageale Refluxkrankheit
Was ist Refluxkrankheit?
Es handelt sich um eine gutartige Funktionsstörung des Magen-Darm-Traktes, bei der es zu einem übermäßigen Rückfluß von Magensaft bzw. -inhalt in die Speiseröhre kommt, wodurch entweder Schleimhautschäden und/oder Beschwerdenauftreten. Sodbrennen und Regurgitationen, d.h. das Zurückfließen von Speisebrei in die Speiseröhre bzw. den Mund, sind die vordergründigen Beschwerden der gastroösophagealen Refluxkranheit. Oft liegt gleichzeitig ein sog. Zwerchfellbruch (Hiatushernie) vor, dies ist eine Erweiterung der Lücke im Zwerchfell, durch die die Speiseröhre in den Bauchraum gelangt; liegt ein solcher Zwerchfellbruch vor, so rutscht einTeil des Magens von der Bauchhöhle in den Brustkorb.
Gegenwärtig kann davon ausgegangen werden, daß etwa 10 % der Bevölkerung in Deutschland irgendwann bezüglich dieser Beschwerden einer Behandlung bedürfen und wiederum 10 % dieser Menschen eine schwere bzw. komplizierte Form der Refluxkrankheit aufweisen.
Wann ist eine operative Behandlung sinnvoll?
Die Indikation zu einer operativen Behandlung ist abhängig von:
1. dem Leidensdruckdes Patienten,
2. den Komplikationen der Erkrankung,
3. dem zugrundeliegenden Funktionsdefekt und
4. dem Allgemeinzustand des Patienten.
Diese 4 Faktoren müssen bei jedem Patienten im einzelnen überprüft werden, bevor eine entsprechende Entscheidung getroffen werden kann. Voraussetzung für diese Entscheidung sind die Durchführung einiger Untersuchungen, die entweder durch Ihren Hausarzt veranlasst oder in unserer Klinik durchgeführt werden können.
Welche Untersuchungen sind zur Abklärung
einer operativen Behandlung sinnvoll?
Zur Abklärung der Möglichkeit einer operativen Therapie sind eine Reihe endoskopischer und funktionsdiagnostischer Untersuchungen erforderlich, die in der Regelambulant erfolgen können. Hierzu gehören:
1. eine ausführliches Gespräch zu Beschwerden und bisherigen Behandlungen,
2. eine endoskopische Untersuchung des Magen-Darm-Traktes
3. eine Ösophagus-Manometrie (Druckmessung der Speiseröhre)
4. eine Ösophagus- und Magen-pH-Metrie (Säuremessung),
5. eine Ösophagus- und Magen-Bilitec-Untersuchung (Gallereflux-Messung).
Darüber hinaus können weitere Untersuchungen notwendig werden, falls sich bei den genannten Untersuchungen Unklarheiten ergeben. Terminvereinbarung und Information bezüglich der notwendigen Diagnostik erhalten Sie durch die Sprechstunde unseres Interdisziplinären Bauchzentrum (IBZ).
Welche Operationen kommen in Frage?
Die operative Behandlung erfolgt in unserer Klinik grundsätzlich durch einen laparoskopischen Eingriff (sogenannte Bauchspiegelungs-Operation). Die Vorteile dieser Operationstechnik für die Patienten sind geringere Schmerzen nach der Operation, eine schnellere Mobilisation, weniger postoperative Atemwegsprobleme, weniger Wundkomplikationen, weniger Verwachsungen, ein besseres kosmetisches Ergebnis, ein kürzerer stationärer Aufenthalt, eine schnellere Rekonvaleszenz und ggf. Arbeitsfähigkeit. In der Regel erfolgt eine sogenannte Fundoplikatio, eine Operation, bei der zur Verstärkung der zu schwachen Hochdruckzone im unteren Bereich der Speiseröhre eine Manschette aus Magengewebe um diesen Bereich gelegt wird. Je nach der in der präoperativen Diagnostik vorgefundenen Funktionsstörung wird diese als Vollmanschette (sogenannte Nissen-Fundoplikatio) oder Teilmanschette (sogenannte Toupet-Fundoplikatio) angelegt. In sehr seltenen Fällen zusätzlicher kombinierter Funktionsstörungen müssen unter Umständen zusätzliche operative Maßnahmen an Speiseröhre bzw. Magen erfolgen.
Krankenhausaufenthalt und Operation:
Bei einem Vorstellungstermin in der Sprechstunde unseres Interdisziplinären Bauchzentrums (IBZ-Sprechstunde) werden die bei Ihnen bereits erhobenen Untersuchungsergebnisse besprochen, ggf. werden dann noch notwendige Zusatzuntersuchungen durchgeführt bzw. veranlaßt, Sie werden von uns über das Operationsverfahren unterrichtet, durch den Narkosearzt untersucht und über das Narkoseverfahren aufgeklärt, und Sie erhalten schließlich einen Termin zur stationären Aufnahme zur Operation.
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Über insgesamt 5 kleine Hautschnitte verschafft man sich Zugang zum unteren Ösophagus bzw. oberen Anteil des Magens. Unter Sicht einer Videokamera wird die Myotomie und die partielle Fundoplikatio in der jeweils erforderlichen Weise im Bereich des unteren Speiseröhrenschließmuskels durchgeführt. Danach werden die kleinen Hautschnitte mit Nähten verschlossen und mit einem sterilen Pflaster verbunden.
In der ersten Phase nach der Operation bleiben Sie nüchtern und erhalten Infusionen. Mit dem Kostaufbau wird nach ärztlicher Beurteilung begonnen. Die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthaltes beträgt bei problemlosem postoperativen Verlauf etwa 5 - 7 Tage.
Welche allgemeinen Hinweise zum Verhalten nach der Antireflux-Operation sind zu beachten, welche Komplikationen können auftreten?
Grundsätzlich gelten die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen wie nach jedemoperativen Eingriff. Aufgrund der laparoskopischen Operationstechnik werden Sie sich jedoch in der Regel recht schnell erholen und wieder Ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen können. Bei nahezu allen Patienten treten nach der Operation aufgrund der Gewebeschwellung im Operationsgebiet vorübergehende Schluckschwierigkeiten auf, die bei über 95 % der Patienten jedoch nach 3 Monaten verschwunden sind. Es gibt keine diätetischen Beschränkungen nach der Operation, in der Anfangsphase sollte jedoch auf eine leichte Kost geachtet werden, um die genannten Schluckschwierigkeiten zu vermeiden. Nach der Operation kommt es bei ca. 10 % derPatienten zu vermehrten Blähungen, diese können bei einem Andauern über 3 Monate hinaus mit einfachen Methoden behandelt werden. Bei etwa 3-5 % der Operierten kommt es im Laufe der folgenden Jahre zu einem Wiederauftreten der ehemaligen Beschwerden, Grund ist ein Lösen der angelegten Manschette, in diesen Fällen muß entweder erneut medikamentös behandelt werden, oder es kann die durchgeführte Operation wiederholt werden, um den aufgetretenen Defekt erneut zu korrigieren.
Gallenstein-Erkrankungen
Erkrankungen der Gallenblase bzw. der Gallenwege durch Steinbildung bzw. durch Abrutschen von Steinen aus der Gallenblase in die Gallenwege und Erkrankungen der Gallenblase bei Polypen können zur Notwendigkeit einer operativen Behandlung führen.
Operation, Zertrümmerung oder Auflösen der Gallensteine?
Die Behandlungsvielfalt bei vorliegenden Gallensteinen hat sich in den letzten Jahren wesentlich zugunsten der Operation verändert. Die negativen Erfahrungen mit Gallensteinzertrümnmerung bzw. - auflösung haben dazu geführt, dass diese Behandlungsmethoden nur noch in Ausnahmefällen erfolgen. Das Standardverfahren zur Entfernung der Gallensteine ist die Entfernung der gallensteintragenden Gallenblase auf minimal-invasivem operativem Weg durch die Bauchspiegelungs-Operation (sog.laparoskopische Gallenblasenentfernung). Dieses Operationsverfahren wird in unserer Klinik seit über 10 Jahren standardisiert durchgeführt. In Ausnahmefällen ist eine vorherige Bergung von Gallensteinen ausdem Gallengang erforderlich, dies erfolgt durch die ERCP (endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie) in unserer Medizinischen Klinik I (Schwerpunkt Gastroenterologie). Wenn eine solche Gallensteinbergung aus dem Gallengang erfolgte, kann dann nach wenigen Tagen die Entfernung der Gallenblase auf laparoskopischem Wege erfolgen.
Welche Untersuchungen sind zur Abklärung einer operativen Behandlung sinnvoll?
In aller Regel genügt eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung mit Analyse der sogenannten Leberwerte und eine Ultraschalluntersuchung von Leber, Gallenblase und Gallenwegen. Nur in Ausnahmesituationen sind ggf. zusätzliche Untersuchungen erforderlich.
Krankenhausaufenthalt und Operation:
Bei einem einmaligen Vorstellungstermin in unserer Sprechstunde werden dienotwendigen Voruntersuchungen durchgeführt, Sie werden von uns über das Operationsverfahren unterrichtet, durch den Narkosearzt untersucht und über das Narkoseverfahren aufgeklärt, und Sie erhalten einen Termin zur stationären Aufnahmezur Operation.
Am Aufnahmetag kommen Sie morgens auf unsere Station, werden hier vorbereitetund nachfolgend findet dann die Operation in Vollnarkose statt. Über insgesamt 4 kleine Hautschnitte im Mittel- und Oberbauch wird dann unter Sicht mit der Videokamera die Gallenblase mit den darin befindlichen Steinen entfernt. Nach der Operation werden Sie dann über den Aufwachraum der Narkoseabteilung zurück auf Ihre Station kommen.
Bereits am 1. Tag nach Operation werden Sie mit dem Kostaufbau beginnen und inaller Regel nach 2-3 Tagen aus der stationären Behandlung entlassen werden.
Leistenbruch / Schenkelbruch
Was ist beim Leistenbruch gebrochen?
Bei einem Leisten- oder Schenkelbruch handelt es sich um eine Ausstülpung von Gewebe aus dem Innenraum des Bauches durch "schwache Stellen" der Bauchwand, die sogenannten Bruchpforten. Es "bricht" also Gewebe aus seiner natürlichen Lage heraus und bildet ggf. eine Vorwölbung oberhalb des Schambeines, große Brüche können bis in den Hodensack hinunterreichen, im Falle des Schenkelbruchs bilden sich ggf. Schwellungen an der Vorderseite des Oberschenkels. In den sogenannten "Bruchsack" können Teile von Bauchorganen hineingleiten, häufig das sog. große Netz (Fettgewebe aus dem Bauchraum) aber auch Anteile von Dünndarm oder Dickdarm. Solche Leisten- oder Schenkelbrüche können einseitig oder auch beidseitig auftreten und Schmerzen hervorrufen, welche sich bei körperlicher Anstrengung oder auch beim Husten verstärken können. Grundsätzlich können Leisten- oder Schenkelbrüche angeboren sein, aber auch erst später im Leben erworben werden. Zu den begünstigenden Faktoren bei der Entstehung von Brüchen zählen: das Übergewicht, starkes Pressen bei Verstopfung oder bei Vergrösserung der Prostata, das Heben von schweren Lasten oder eine Schwangerschaft.
Wann sollte ein Leisten-/Schenkelbruch operiert werden?
Grundsätzlich besteht immer dann ein Grund zur Operation, wenn durch einen bestehenden Leisten- oder Schenkelbruch Beschwerden hervorgerufen werden. Eine besondere Gefahr besteht in der Einklemmung des Bruchinhaltes, diese Gefahr ist umso größer, je kleiner die Bruchpforte ist. Ein einmal bestehender Bruch verschließt sich niemals von selbst, eher neigt er dazu, immer größer zu werden. Eine Einklemmung kann jedoch bei jeder Größe eines Bruches entstehen und stellt dann einen Notfall dar, der sofort operiert werden muss.
Welcher Operationstechniken gibt es?
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es im wesentlichen 2 große Gruppen von Operationen:
- Operationen bei denen die Bruchpforte in unterschiedlicher Weise nach Abtragung bzw. Zurückdrücken des Bruchsackes durch Nähte wieder verschlossen wird und
- Verfahren, bei denen durch Einbringen eines Kunststoffnetzes nach Abtragen bzw. Zurückdrücken des Bruchsackes die Bruchlücken verschlossen werden.
Diese verschiedenen Operationsverfahren können dann entweder auf direktem Wege von außen durch eine Hautschnitt (sogenannte offene Operation mit oder ohne Einbringen eines Kunststoff-Netzes, Lichtenstein-Operation oder Operation nach Shouldice) oder auf minimal-invasiv chirurgischem Wege durch den Bauchraum (sogenannte endoskopische Bruchversorgung mit Einbringen eines Kunststoff-Netzes, TAPP-Reparatur) erfolgen.
Je nach vorliegendem Befund, ggf. bereits erfolgter Leistenbruchoperation und individuellem Wunsch entscheiden wir uns gemeinsam mit Ihnen für die eine oder andere Operationstechnik.
Krankenhausaufenthalt und Operation:
Bei einem einmaligen Vorstellungstermin in der Sprechstunde unseres Operativen Kurzzeittherapie-Centums (OKC-Sprechstunde) werden die notwendigen Voruntersuchungen durchgeführt, wir werden mit Ihnen das für Sie günstigste Operationsverfahren auswählen, Sie werden durch den Narkosearzt untersucht und über das Narkoseverfahren aufgeklärt, und Sie erhalten einen Termin zur stationären Aufnahme zur Operation.
Am Operationstag kommen Sie morgens auf unsere Station, wo Sie zur Operation vorbereitet werden. Je nach geäußertem Wunsch im Aufklärungsgespräch mit dem Narkosearzt erfolgt die Operation dann entweder in Vollnarkose oder aber in Teilnarkose bzw. örtlicher Betäubung. Nach stattgehabter Operation werden Sie über den Aufwachraum der Narkoseabteilung wieder zurück auf Ihre Station gebracht. Am 1. Tag nach der Operation beginnt der Kostaufbau und Sie werden in aller Regel nach 2-3 Tagen wieder nach Hause entlassen werden.
Je nach Operationsverfahren ist dann ggf. sofort, ggf. erst nach 3 - 6 Monaten eine Vollbelastung der Leistenregion durch körperliche Aktivität möglich.

