Kompetente Hilfe

Ein Wort vorweg...

Zunächst sollten Sie unterscheiden zwischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsproblemen wie Verstopfung und Blähungen sowie Erkrankungen, die Organe der Bauchhöhle betreffen können. Wenn man beispielsweise Bauchschmerzen verspürt, können diese unterschiedliche Ursachen haben oder von verschiedenen Organen ausgehen.

Zu den Bauchorganen, um deren Erkrankungen sich die Ärzte des Bremer Bauchzentrums kümmern, zählen die Speiseröhre (Ösophagus), der Magen (Gaster), Zwölffingerdarm (Duodenum), Dünndarm (Intestinum), Dickdarm (Kolon), Wurmfortsatz (Appendix oder landläufig „Blinddarm“), Mastdarm (Rektum), die Gallenblase, Gallenwege, Leber und Bauchspeicheldrüse (Pankreas).

Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel wie Milchzucker (Lactose), Fruchtzucker (Fruktose), Süßstoff (z.B. Sorbit) oder Gluten (Getreideeiweiß) sowie histaminhaltige Stoffe (z. B. Käse, Rotwein, Wurst) können ebenfalls Beschwerden auslösen. Dabei handelt es sich nicht um Allergien.

Funktionelle Störungen des Magen-Darm-Traktes

Neben den unten aufgeführten verschiedenen organischen Ursachen von Erkrankungen der Bauchorgane treten bei vielen Menschen sogenannte "Funktionelle Störungen" des Magen-Darm-Traktes auf. Sie verursachen häufig unangenehme Beschwerden im Bauch des Erwachsenen in Form von Schmerzen, Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfungen. Sie sind harmlos, aber für Betroffene sehr belastend. Es gilt immer, sie von den organischen Krankheiten durch gründliche Diagnostik genau abzugrenzen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Patientenleitfaden

Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritits)

Bei einer Gastritis handelt um eine akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut, die häufig durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Medikamente, Gallenflüssigkeit oder Alkohol können ebenfalls die Schleimhaut reizen. Insbesondere das Bakterium Helicobacter pylori kann eine chronische Magenschleimhautentzündung mit wiederkehrenden Beschwerden verursachen.

Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis)

Ösophagitis ist eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut. Sie entsteht sehr häufig durch sauren Reflux (Zurücklaufen von Magensaft, selten durch Gallenflüssigkeit) aus dem Magen als chemische Reizung. Seltene Ursachen sind Reizungen durch Viren, Bakterien oder Bestrahlung sowie Verätzungen mit Säuren oder Laugen.

Die wichtigste Therapiemaßnahme ist die Einnahme von „Säureblockern“ (z.B. Pantoprazol, Omeprazol, etc), möglicherweise kombiniert mit weiteren Medikamenten. 

Schleimhautdefekt von Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm oder Darm (Ulcus, Ulkus)

Ulzera sind ganz überwiegend gutartige Schleimhautdefekte von Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm oder Darm. Sie entstehen häufig auf dem Boden von bakteriellen Entzündungen (z.B. Helicobacter pylori), Medikamentennebenwirkungen (nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac, Ibuprofen, aber auch Kortison etc.) oder werden begünstigt durch Faktoren wie Stress. In seltenen Fällen kann auch der übrige Dünn- oder Dickdarm bis hin zum Anus betroffen sein.

Die wichtigste Behandlung ist das Vermeiden von schädigenden Medikamenten und die Gabe von sogenannten „Säureblockern“ (z.B. Pantoprazol, Omeprazol etc.) und ggf. Antibiotika-Therapie wie beispielsweise gegen den Magenkeim Helicobacter pylori. Recht selten ist eine Krebserkrankung die Ursache eines Ulcus.

Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Die Appendizitis ist die akute bakterielle Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms ("Appendix") genannt. Bei der Appendizitis handelt es sich um einen Notfall, bei der eine operative Entfernung des Appendix ("Appendektomie")  notwendig ist.

Entzündung des Dünndarms (Enteritis)

Enteritis wird die Entzündung des Dünndarms genannt. Sie kann durch eine akute Infektion (z.B. M. Whipple, Salmonellen, Shigellen, Yersinien oder andere pathogene Keime, M. Crohn) hervorgerufen werden. Dementsprechend werden diese Erkrankungen zum Teil mit Antibiotika oder Kortison behandelt. Eine banale „Reisediarrhoe“ oder akute Durchfallerkrankung z.B. durch Noro- oder Rotaviren. Der Flüssigkeitsverlust muss dann ausgeglichen werden, damit der Körper ausreichend mit lebensnotwendigen Elektrolyten oder auch „Blutsalzen“ (z.B Natrium und Magnesium) versorgt ist. 

Akute Lebensmittelvergiftungen

Sie werden durch verdorbene Lebensmittel ausgelöst. Erreger, die in die Nahrung gelangen, verursachen zum Teil heftige Durchfälle, die aber wieder rasch abklingen. Auch in solchen Fällen sind nur auf ausreichenden Flüssigkeitsersatz und Blutsalze wie Natrium- und Kaliumzufuhr zu achten.

Entzündete Ausstülpungen (Divertikulitis)

Divertikel sind Ausstülpungen in der Wand von Organen, wie zum Beispiel des Dickdarms, die mit zunehmendem Lebensalter entstehen. Sie können sich bakteriell entzünden. Je nach Ausmaß dieser lokalen Infektion sind therapeutisch meistens Antibiotika oder bei Komplikationen eine Darmoperation notwendig.

Entzündung des Dick- bzw. Enddarms (Kolitis/Proktitis)

Eine Kolitis oder Proktitis bedeutet die Entzündung des Dick- bzw. Enddarms. Ursache können Viren, Bakterien, Medikamentennebenwirkungen oder auch Durchblutungsstörungen der Darmwand sein. Außerdem können sogenannte „Autoimmunkrankheiten“ die Ursache sein, bei denen das eigene Immunsystem körpereigene Zellen angreift. Hier sind beispielsweise die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn zu nennen. Eine Colitis kann akut oder chronisch, nur in bestimmten Abschnitten oder in der gesamten Länge des Dickdarms auftreten.

Die fast weitgehend medikamentöse Therapie richtet sich maßgeblich nach der Ursache. Bei schwerem Befall und/oder Komplikationen hingegen kann  auch eine Operation als letzte Therapiemöglichkeit in Frage kommen.

Gallensteinleiden

In der Gallenblase, die unterhalb der Leber liegt, können sich Gallensteine bilden. Solange diese keine Symptome verursachen, können sie dort verbleiben und ggf. durch Kontrolluntersuchungen, beispielsweise mit Ultraschall, beobachtet werden. Kommt es allerdings zu Komplikationen wie Entzündung der Gallenblase, Gallenwegen oder der benachbarten Bauchspeicheldrüse, muss gezielt behandelt werden.

Je nach Befundlage und Erkrankungsgrad kommen Antibiotika, endoskopische Therapieoptionen oder Operationen, nicht selten auch in Kombination oder zeitlicher Abfolge zum Einsatz. 

Weitere Informationen finden Sie in unserem Patientenleitfaden Gallenwegserkrankungen

Tumore der Bauchorgane

Tumore können gut- oder bösartig sein. Tumore im Bauchraum verursachen überwiegend erst in einem späten Stadium Beschwerden wie Schmerzen, Verstopfung (Obstipation) oder Gelbsucht. Es kann durch das Verdrängen von anderen Organen zu Abklemmung mit Symptomen kommen.

Die Therapie richtet sich in so einem Fall ausschließlich nach Art und Ausmaß des Tumors, bei dem es sich leider in der überwiegenden Zahl der Fälle um Krebs (bösartiger Tumor) handelt. In Betracht kommen bei diesen Erkrankungen Therapien mit Medikamenten (Chemotherapeutika o.ä.), Bestrahlung oder Operationen sowie bestimmte Kombination von zwei oder drei dieser Therapieoptionen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Patientenleitfaden

Entzündung der Leber (Hepatitis)

Die Hepatitis ist die Entzündung der Leber. Sie kann zum einen hervorgerufen werden durch Infektion mit Viren wie beispielsweise Hepatitis oder zum anderen durch eine starke Verfettung und übermäßigen Alkoholkonsum oder durch Medikamenteneinnahme. Das Hauptsymptom ist die Gelbsucht. Sie entsteht durch eine Abflussstörung der Gallenflüssigkeit, die in der Leber gebildet wird, und verursacht eine gelbliche Verfärbung der Augen und/oder der Haut durch Einlagerung des Gallenfarbstoffs in diesen Geweben.

Nach umfangreich erforderlicher Diagnostik kann nachfolgend eine gezielte Therapie durchgeführt werden. Es kann erforderlich sein, Medikamente, die gegen Viren helfen, einzunehmen.  Auf jeden Fall müssen aber leberschädigende Stoffe wie Alkohol oder Medikamente gemieden werden. 

Nierenentzündung, Harnblasenentzündung, Unterbauchschmerzen

Schmerzen in einer Flanke oder des Unterbauchs sind häufiger Ausdruck einer Erkrankung der Nieren und Harnwege oder Geschlechtsorgane. Sie werden von den Fachabteilungen Urologie und Gynäkologie, die in unserem Krankenhaus auch vertreten sind, behandelt.