Ausgewählte Krankheitsbilder

  • Gutartiger Lagerungsschwindel (Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel - BPLS)
  • Erkrankungen des Innenohres (sog. Vestibulopathie)
  • Ménièresche Erkrankung
  • Entzündung des Gleichgewichtsnerven (Neuritis vestibularis)
  • seltener auch Durchblutungsstörungen (Kleinhirninfarkt), Tumoren (Akustikusneurinom), mechanische Schädigungen (traumatischer Labyrinthausfall bei Felsenbeinfraktur) usw. mit Beteiligung des Gleichgewichtssystems
  • Basilaris-Migräne - ein Migräneassoziierter Schwindel (umstritten).
  • Kopfgelenksinstabilitäten, beispielsweise auch als Folge eines Schleudertraumas mit Weichteilverletzung.


I) Lagerungsschwindel (BPLS)

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) ist eine harmlose, wenn auch äußerst unangenehme, sehr häufige Form des Schwindels. Synonyme sind: Cupulolithiasis, Canalolithiasis und (verkürzt) Gutartiger Lagerungsschwindel.

Die Patienten klagen beim Drehen des Körpers im Bett zu einer bestimmten Seite hin, beim Drehen des Kopfes, beim Hoch- oder Runterschauen über kurze Drehschwindelattacken, die selten länger als 30 Sekunden dauern. Nicht wenige Patienten klagen über Übelkeit, manche sogar über Erbrechen. Einige klagen nach den Drehschwindelattacken zudem über ein Gefühl, wie auf Watte zu laufen. Manche Patienten entwickeln schnell ein Vermeidungsverhalten, um den als sehr unangenehm empfundenen Schwindel nicht mehr erleben zu müssen.
Die Grundlage des gutartigen Lagerungsschwindels scheint die Ablösung der als Otolithen bezeichneten Calciumcarbonatkristalle von den Otolithenorganen des Innenohrs. Folgt man der weitgehend anerkannten Theorie der sogenannten Canalolithiasis, so gelangen diese Otolithen in die Bogengänge des Innenohrs und bewegen sich hier bei entsprechenden Kopfbewegungen hin und her. Durch diese Bewegung wird ein Sog ausgelöst, der die Bogengangsrezeptoren reizt. Solch eine Reizung geschieht normalerweise nur bei einer Kopfbewegung in der entsprechendenen Ebene des Bogengangs. Die Folge ist, dass das Gehirn eine Meldung über eine Bewegung erhält, die von anderen Sinnessystemen nicht gemeldet wird. Das Ergebnis sind widersprüchliche Informationen im Hirn (vestibulärer Mismatch), die zu Schwindel führen sollen.
Da der gutartige Lagerungsschwindel durch im Bogengang befindliche Otolithen hervorgeru-fen wird, besteht die Behandlung in einer Abfolge von Körperlagerungs- und Kopflagerungsübungen, mit denen diese aus den Bogengängen des Gleichgewichtsorgans herausbefördert und in eine unschädliche Ruheposition gebracht werden. Damit kann mehr als 90% der Patienten geholfen werden.



II) Ménièresche Erkrankung


Das als Morbus Ménièrè bezeichnete Trias von Hörverlust, Schwindel und Ohrgeräusch ist eher ein Symptom als eine echte Diagnose. Die heute als gesichert geltende Ursache dafür dürfte ein sog. endolymphatischer Hydrops sein. Dabei handelt es sich um eine Überproduktion an Endolymphe oder ein zu geringer Abfluss führt zu einem erhöhten mechanischen Druck der Endolymphe, die zu einem Riss oder einer erhöhten Durchlässigkeit des Endolymphschlauches führe. Dadurch könne sich die kaliumreiche Endolymphe mit der natriumreichen Perilymphe mischen. Die Trennung der Ionen ist jedoch für die elektrischen Prozesse auf Zell-/Nervenebene im Innenohr wichtig, da sie eine elektrische Potentialdifferenz aufrechterhält. Durch die Mischung beider Flüssigkeiten komme es daher zu einer falschen Signalübertragung ins Gehirn.
Eine genaue Untersuchung des Innenohres bzw. des Gleichgewichtsorgans ist am lebendigen Menschen nur schwer möglich, da es anatomisch an einer unzugänglichen Stelle - nämlich hinter dem Schädelknochen - liegt. Zudem ist das Hörorgan klein, in der Größe vergleichbar mit einer Bohne. Der Entstehungmechanismus ist sehr vielschichtig, ebenso vielgestaltig sind daher auch die Manifestationen. Hier bieten wir subtile Methoden zur Differentialdiagnose wie auch zur Differentialtherapie. Durch eine medikamentös Behandlung und Infusionen kann mehr als /3 aller Betroffenen geholfen werden. In speziellen Fällen kann auch eine Operation zur Heilung führen. 



III) Vestibulopathie

Ein- oder, selten, beidseitige Beeinträchtigung des Gleichgewichtsnerven zumeist durch eine Durchblutungsstörung oder eine Entzündung. Dadurch gelangen die Informationen des Or-gans nicht an das Gehirn - es fällt quasi aus. Der Beginn ist akut und die Symptome sind ein mehr oder weniger heftiger Dauerdrehschwindel, Übelkeit und eine Fallneigung zur betroffenen Seite. Selten können die Nerven auf beiden Seiten betroffen sein. Erreger einer Entzündung sind häufig Herpesviren. So dramatisch diese Erkrankung bei ihrem Beginn erscheint, so gut ist ihre Prognose: Innerhalb weniger Wochen verschwinden die Symptome. Bis dahin helfen Medikamente, Infusionen und ein intensives Gleichgewichtstraining gegen die Symptome.
Das Diako bietet alle genannten konservativen Therapiemöglichkeiten an und verfügt auch über besondere Expertise in den operativen Behandlungsverfahren (z.B. Saccotomie)


 


 

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