Wenn eine Frau ein Kind bekommt, steht ein guter Geburtshelfer mit den Händen in den Hosentaschen daneben und schaut zu. Diese Weisheit meint: Die Geburtshelfer sind präsent und geben der Gebärenden das Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Dabei greifen sie so wenig wie möglich in den natürlichen Geburtsvorgang ein. Die Frau selbst kann entscheiden, wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchte. Ein erfahrener Geburtshelfer hat das einmal so beschrieben: "Wir sind wie die Kindergärtnerin. Sie lässt die Kinder spielen und greift nur ein, wenn einer ihrer Schützlinge über den Zaun klettern will."
Diese Philosophie haben wir uns im DIAKO-Kreißsaal zu eigen gemacht. Das bedeutet, dass die Frau zum Beispiel unter verschiedenen Geburtspositionen frei wählen kann.
Geburtspositionen
Der Geburtshocker gehört bei uns zu den Geburtspositionen ebenso wie die Geburt im Bett. Auch die Wassergeburt bieten wir an. Eine Geburtswanne steht bereit. Aber auch eine Geburt ohne jegliche Hilfsmittel ist im DIAKO-Kreißsaalmöglich. Manchmal ist eine natürliche Geburt nicht möglich, zum Beispiel bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder eventuell Steißlagen. Dann planen wir mit Ihnen eine Sectio (Kaiserschnitt). Auch bei Komplikationen während der Geburt, wenn beispielsweise das Baby nicht durch das Becken passt oder trotz Einleitungsversuchen die Geburt nicht einsetzt, ist der Kaiserschnitt oft Mittel der Wahl.
Sanfte Geburt
Die Zeiten, in denen Neugeborene unmittelbar nach der Entbindung an den Füßen in die Luft gehoben wurden und einen Klaps auf den Po bekamen, sind längst passé. Die sanfte Geburt, vom französischen Gynäkologen Frédérick Leboyer entwickelt, ist dagegen vorzuziehen. Das Baby soll so sanft wie möglich den Übergang vom schützenden Mutterleib in die Welt "draußen" erleben.
Dazu müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Gedämpftes Licht, erhöhte Raumtemperatur, Entspannungsmusik und leise Geräusche erleichtern dem Baby die Anpassung an die neuen Umstände. Nach der Geburt werden nicht sofort medizinische Tests an dem Kleinen vorgenommen, sondern die Mutter legt es auf ihren Bauch. Dort ist es warm, das Kind spürt den Herzschlag und erkennt die Stimme der Mutter. Auch die Nabelschnur wird erst dann durchtrennt, wenn sie nicht mehr pulsiert. Das bedeutet, dass das Baby Zeit bekommt, sich an die Lungenatmung zu gewöhnen. Bei so viel Liebe, Wärme und Geborgenheit kann es dem Kind nur gut gehen.
Mittel gegen den Schmerz
Natürlich ist die Geburt mit Schmerzen verbunden. Zur Schmerzlinderung setzen wir möglichst schonende Methoden ein. So bieten wir die Akupunktur an. Mit haarfeinen Nadeln werden an bestimmten Stellen des Körpers die Schmerzbahnen unterbrochen. Auch Homöopathie und Bach-Blüten können den Geburtsverlauf positiv beeinflussen.
Nicht immer geht es ohne schmerzlindernde Medikamente. Wenn die Wehen zu stark werden oder die Frau erschöpft ist, sollte sie das medikamentöse Angebot annehmen. Sprechen Sie sich mit uns ab, wir sind bemüht, Ihnen stets in der für Sie geeigneten Weise zu helfen.
So kann beispielsweise Kalzium Gefäße erweitern und die Durchblutung verbessern. Das entspannt und macht den Muttermund weicher. Auch krampflösende Medikamente, als Injektion oder Zäpfchen verabreicht, können den Schmerz mildern, ohne dem Baby zu schaden.
Bei einem geplantem Kaiserschnitt wird eine Periduralanästhesie (PDA) durchgeführt. Der Anästhesist spritzt ein Betäubungsmittel zwischen die äußeren Schutzhüllen des Rückenmarks, in den so genannten Periduralraum. Dadurch wird der Unterleib nach wenigen Minuten schmerzunempfindlich. Über einen Katheter kann das Betäubungsmittel in der Folge exakt dosiert werden.
Dammschnitt
Der Dammschnitt (Episiotomie) ist innerhalb der Geburtshilfe umstritten. Wir sind der Auffassung, dass er nur dann zum Einsatz kommen sollte, wenn eine besondere Situation auftritt. Beispielsweise dann, wenn es dem Kind unter der Geburt nicht mehr gut geht und es so schnell wie möglich aus dem Geburtskanal rutschen soll. Wenn geschnitten werden muss, geschieht dies während einer Wehe.
Die Wahrscheinlichkeit, einen Dammschnitt zu vermeiden, kann schon während der Schwangerschaft mit verschiedenen Verfahren (Dammöl, Massage) vergrößert werden. Übrigens: Das DIAKO gehört zu den Bremer Krankenhäusern mit vergleichsweise wenigen Dammschnitten.
Begleitgeburten
Als eines der ersten Krankenhäuser Bremens ermöglicht das DIAKO den Frauen, zur Geburt "ihre" Hebamme mitzubringen. Die so genannten Begleitgeburten haben den Vorteil, dass die Frau ihre Hebamme bereits aus der Vorbereitungszeit kennt und eventuell ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihr aufgebaut hat. Wenn auch Sie ihre Hebamme mitbringen wollen, sprechen Sie uns einfach an.
Übrigens: Natürlich können und sollten Sie Ihren Partner oder eine/n Freund/in zur Entbindung mitbringen.




