Internistische Funktionsdiagnostik und interventionelle Therapie

Ein wichtiges Element der Funktionsdiagnostik der Inneren Medizin ist die Untersuchung der Funktion des Magen-Darmtrakts. Während man früher der Ansicht war, dass alle Beschwerden im Bauchraum von umschriebenen Läsionen der Schleimhaut des Magen-Darmkanals, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse ausgehen müssen, weiß man heute, dass Funktionsstörungen des Magen-Darmtrakts mindestens ebenso häufig wie Läsionen der Schleimhaut Beschwerden verursachen. Diese Funktionsstörungen betreffen beispielsweise das enterische Nervensystem. Dieser Begriff bezeichnet ein Geflecht von Nervenzellen in der Wand des Magen-Darmtrakts. Es ist in vielerlei Hinsicht ähnlich komplex wie das Gehirn. Wenn die hier ablaufenden Programme gestört sind, kann dies zu Beschwerden führen. Weitere Ursachen für Verdauungsstörungen liegen in einer Fehlfunktion der Aufnahmeleistung der Schleimhaut des Darmes für Nährstoffe. Wenn die oberste Schleimhautschicht zugrunde geht, wie bei der sogenannten Sprue, kommt es zu Durchfällen und Mangelernährung. Wenn Enzyme (Eiweiße), die in der Schleimhaut des Dünndarms sitzen, fehlen, werden beispielsweise Milchzucker und Fruchtzucker nicht aufgeschlossen. Dies führt zu Blähungen und Durchfall.

 

 

Funktionstests des Magen-Darmtrakts, die wir anbieten:

 

Test Erklärung
Ösophagusmanometrie

Druckmessung in der Speiseröhre, erkennt Störungen der Koordination und der Kraft der Muskulatur in der Wand der Speiseröhre und einen zu niedrigen oder zu hohen Verschlussdruck des Verschlussmuskels zwischen Speiseröhre und Magen.

pH-Metrie Dünne Sonde, die in Magen und Speiseröhre eingeführt wird und über 24-Stunden verbleibt. Hier kann die Menge sauren Rückflusses genau festgestellt werden und dadurch sowohl die Indikation zu einer Operation als auch die Güte einer medikamentösen Behandlung beurteilt werden.
Anorektal-Manometrie Druckmessung am Übergang After/Dickdarm, sinnvoll beispielsweise bei einer Stuhlinkontinenz oder Verstopfung.


Wasserstoff-Atemtests Diese Tests beruhen auf dem Prinzip, dass der Dünndarm normalerweise frei von Bakterien ist. Dementsprechend wird eine getrunkene Zuckerlösung erst nach einer längeren Zeit (>120 Minuten) von den Bakterien des Dickdarms verstoffwechselt und erscheint als Wasserstoff in der Ausatemluft. Bei diesem Test trinkt der Patient eine definierte Menge von Zuckerlösung und bläst in regel-mäßigen Abständen über mindestens 2 Stunden seine Ausatemluft in ein Messgerät. Mit diesem Test können eine Aufnahmestörung von Milchzucker und Fruchtzucker erkannt werden, eine grundsätzliche Störung der Aufnahme von Nahrung in die Schleimhaut des oberen Magen-Darmtrakts diagnostiziert werden (Xylose-Test), eine bakterielle Überwucherung im Dünndarm gesehen werden (H2-Atemtest mit Glucose) und ein zu rascher oder zu langsamer Transport durch den Dünndarm festgestellt werden (H2-Atemtest mit Lactulose).
C-13-Atemtests 13-C ist ein stabiles Isotop, das nicht zerfällt. Dementsprechend entsteht hier keine Strahlenbelastung für den Patienten. Der C-13-Atemtest mit Octanoat misst die Magenentleerung, der C-13-Triglyceridtest, die Funktion der Bauchspeicheldrüse. Das Prinzip ist hier immer, dass der Patient eine Testmahlzeit zu sich nimmt, die mit 13-C-Octanoat oder 13-C-Triglycerid versetzt ist. Er bläst dann über einen Zeitraum von 6 Stunden seine Ausatemluft in Beutel. Aus der 13-C02-Konzentration in der Ausatemluft kann berechnet werden, wann das Octanoat aus dem Magen entleert wurde bzw. wann die körpereigenen fettspaltenden Enzyme (Lipase) das 13-C-Triglycerid verstoffwechselt haben. Auf diese Weise können diese wichtigen Körperfunktionen für den Patienten ohne Schlucken von Schläuchen gemessen werden. Es ist so auch möglich, bei einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse den Bedarf an Enzymen zu ermitteln, die als Medikamente zu den Mahlzeiten genommen werden.




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