Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Cochlea Implantat Zentrum Bremen

Kinder oder Erwachsene, die taub geboren werden oder aufgrund einer Erkrankung hochgradig schwerhörig werden und denen mit konventionellen Hörgeräten oder durch eine Mittelohroperation aufgrund des Hörverlustes keine ausreichende Hörinformation vermittelt werden kann, haben  die Möglichkeit, sich eine elektronische Hörhilfe implantieren zu lassen: das sogenannte Cochlea-Implantat.

Cochlea-Implantate sind elektronische Hörhilfen, die die Funktion der ausgefallenen Hörsinneszellen im Innenohr übernehmen. Dabei wird der Schall über ein Mikrophon aufgenommen und in eine Abfolge elektrischer Impulse codiert. Diese künstlichen Impulse werden auf den noch intakten Hörnerv übergeleitet. Die so ausgelösten Höreindrücke können vom Betroffenen allmählich verstanden und interpretiert werden. Auf diese Weise sind ein Sprachverstehen bei Erwachsenen und zusätzlich der Spracherwerb bei Kindern grundsätzlich möglich.

Der Implantation eines Cochlea-Implantates gehen umfangreiche Untersuchungen und diverse apparative Tests wie Tests des Hörens und des Sprachverstehens, Überprüfung der Leitfähigkeit des Hörnerves sowie bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie und eine Magnetresonanztomographie voraus. 

Ein Cochlea-Implantat setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Ein Teil wird operativ in die Ohrschnecke eingesetzt und im Knochen des Kopfes befestigt. Der zweite Teil wird wie ein Hörgerät hinter dem Ohr getragen und bekommt mit Hilfe eines Kabels und einer magnetischen Spule Kontakt zum ersten Teil, der durch die Operation eingefügt wurde.

Die Operation wird im DIAKO in Vollnarkose durchgeführt und dauert etwa zwei bis drei Stunden. Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt von fünf bis zehn Tagen notwendig.  Nach vier bis sechs Wochen wird die Hörhilfe das erste mal angeschaltet. Eine Enttäuschung ist programmiert, wenn man erwartet, dass man von Anfang an „normal“ hört. Zunächst werden nur Geräusche wahrgenommen. Langsam aber sicher hört und versteht man immer mehr, wobei das Hören neu gelernt werden muss.

Dafür ist eine ambulante Hör- und Sprachtherapie vorgesehen, die von einer erfahrene Sprachheilpädagogin durchgeführt wird. Das Hören wird über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren durch diese Hör– und Sprachtherapie geschult und das Gehirn auf die durch das Cochlea-Implantat gesendeten Reize eingestellt.

Anfangs sind mehrere Therapiesitzungen in der Woche notwendig. Auch die elektronische Einstellung im Cochlea-Implantat muss den Bedürfnissen des Einzelnen regelmäßig angepasst und verbessert werden, bis der Cochlea-Implantatträger das Gefühl hat mit einer Einstellung optimal zu hören. Ist dieses Ziel erreicht, so sind Kontrollen nur noch ein Mal pro Jahr notwendig.

Sprechzeiten für Cochlea Implantate bieten wir jeden zweiten Dienstag ab 14.30 Uhr nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung an: T 0421 6102 - 1301.

Hier finden Sie einen Bericht des Weser-Kurier über die Erfahrungen mit der CI-Versorgung im DIAKO>

 

Sehen Sie sich hier einen Artikel aus dem Weser-Kurier zu Treffen von CI-Selbsthilfegruppen an.

Die DIAKO-Broschüre Cochlea Implantat>

Bildnachweis:
Firma Cochlear (Hannover)
Firma Med-El (Innsbruck)

Schematische Darstellung
Übersichtszeichnung
1 = Sprachprozessor, 2 = Cochlea Implantat, 3 = CI-Elektrode, 4 = Hörnerv.
Cochlea-Implantat
Cochlea-Implantat
Hörtest
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