Das Pflegekonzept nach Orem


Dorothea E. Orems Selbstpflegedefizit-Theorie

Dorothea Elizabeth Orem gehört zu den ersten amerikanischen Pflegetheoretikerinnen. Die in Baltimore, Maryland, geborene Orem erhielt in den dreißiger Jahren in Washington D.C. ihr erstes Pflegediplom. In der Folgezeit arbeitete sie in der Privat- und Krankenhauspflege und in der Lehre. Von 1940 bis 1949 war sie Direktorin der Krankenpflegeschule des Providence Hospital in Detroit. Es folgten Stationen in den Gesundheitsministerien von Indiana und in der Hauptstadt Washington. 1959 wurde sie Assistenz-Professorin an der Catholic University of America. Hier entwickelte sie ihr Konzept der Pflege und Selbstpflege.1970 gründete Orem ihre eigene Beratungsfirma und schrieb ihr Buch Nursing: Concepts of Practice. Seit 1984 lebt sie im Ruhestand in Savannah, Georgia.

Orem unterteilt ihre Selbstpflegedefizit-Theorie in drei Teiltheorien: die Theorie der Selbstpflege, die Theorie des Selbstpflege-Defizits und die Theorie der Pflegesysteme.

Selbstpflege ist ein erlerntes und zielorientiertes Handeln, das Personen zur Aufrechterhaltung ihres Lebens, ihrer Gesundheit und ihres Wohlergehens ausführen. Erwachsene sorgen für sich selbst; Säuglinge, Kinder, Kranke, alte Menschen und Behinderte benötigen begrenzte Hilfe oder völlige Unterstützung bei der Ausübung von Selbsthilfe. In einem Anamnesegespräch werden die Selbstpflege-Erfordernisse und die Selbstpflege-Kompetenz ermittelt, die situative Problematik des Patienten erfasst und der entsprechende Selbstpflegebedarf festgelegt. Aus der Ermittlung des Selbstpflege-Defizits werden unterstützende Maßnahmen abgeleitet. Die Durchführung der Maßnahmen geschieht unter Einbeziehung vorhandener Standards und der patientennnahen Dokumentation.

Für das Handeln der Pflegekräfte unterscheidet Orem schließlich unterschiedliche Pflegesysteme, deren kompetente und professionelle Handhabung in der Ausbildung erlernt wird. Je nach situativem Selbstpflegebedarf kommen entweder vollständig kompensatorische, teilweise kompensatorische oder erzieherisch - unterstützende Systeme zur Anwendung.


 

 

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